Für zeitgenössische Popmusik war Edna Million früh verloren. Schuld ist David Bowie, den sie mit 13 zum ersten Mal bewusst gehört hat. Von da ging es weiter zur Rock-Poetin Patti Smith, die ihr in der Pubertät ungleich mehr zu sagen hatte als Taylor Swift. Sie studierte nicht nur die Platten der „Godmother of Punk*, sondern las auch alle ihre Bücher. Edna Millions tiefe, dunkle Stimme ist das Alleinstellungsmerkmal der in Wien aufgewachsenen Sängerin, die heuer ihr erstes Album mit Songs in englischer Sprache vorgelegt hat. Sie deklamiert ihre Texte mehr, als sie zu singen; zur Begleitung genügt ihr eine halbakustische Gitarre. Das ist auf die Essenz reduzierte Songkunst von einer erstaunlichen Reife.